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Aktuelle Berichte

Ein Rückblick auf 2020 -02.01.21-

 

In meinem Alltag orientiert sich vieles an Plänen. Training, Ernährung, Reisen, Turniere und und und. Man legt sich eine Route zurecht, verfolgt diese und vertraut, dass diese die richtige ist. Was wir aber im vergangenen Jahr erlebt haben, hat alles in den Schatten gestellt. Das Coronavirus hat nicht nur grosses Leid viel Unsicherheit über die ganze Welt gebracht, sondern auch so manchen Plan über den Haufen geworfen.

 

Zwar war bleibe ich und mein direktes Umfeld von gesundheitlichen Problemen in diesem Zusammenhang bis jetzt verschont, aber trotzdem ist mein 2020 komplett anders verlaufen, als ich dies noch vor 12 Monaten skizziert hatte. Die tiefgreifendste Änderung war sicher die Verschiebung der Olympischen Spiele. Aber auch so manches internationales Turnier, Lehrgänge, Trainingslager und selbst die Mannschaftsmeisterschaft mussten umorganisisert werden.

 

Doch der Reihe nach. Mit dem 3. Platz am GP von Frankreich startete ich im Januar gut. So konnte es weitergehen, dachte man. Doch schon bald zeigte sich, dass dies nicht so sein wird. Mit einer Nackenverletzung musste ich auf die EM verzichten, durfte aber live dabei sein, wie mein Trainingspartner und Freund Sämi Scherrer sich seine Medaille sichern konnte.

 

Kaum zurück auf der Matte kam dann der Lockdown. Trainingseinrichtungen geschlossen, alle Pläne dahin. Wieder neu organisieren, neue Möglichkeiten suchen. Mit einigen Kniffen und dank meinem breiten Unterstützungsnetzwerk ,konnte ich aber trotzdem fast perfekt trainieren um für Tokio bereit zu sein. Und auch dies, so wurde bald klar, sollte hinfällig werden. Bereits im März wurde die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 Tatsache. Natürlich war ich unglaublich erleichtert, als wenig später bekannt wurde, dass die Quotenplätze bestehen bleiben und ich so meine Qualifikation weiter in der Tasche hatte.

 

Die Monate darauf hatten wieder so manche Überraschung für mich bereit. Und nicht nur angenehme. Eine Mandel-OP, eine gebrochene Hand, ein Rippenbruch, aber auch die Anstellung als Zeitmilitär-Spitzensportler folgten.

 

Auch die Mannschaftsmeisterschaft ging dann im September dezimiert und unter Einhaltung strikter Sicherheitskonzepte los, wurde dann bald aber wieder unterbrochen. Zum Glück konnten wir diese aber nicht nur abschliessen, sondern auch erfolgreich unseren Titel verteidigen.

 

Nach einigen Tagen Pause über die Festtage geht es nun darum, meine Pläne für das kommende Jahr umzusetzen. Ich starte mit einem Trainingslager in Moldawien und dem GP von Frankreich in Nizza. Erster Höhepunkt wird dann die EM in Polen sein. Danach geht der Fokus voll in Richtung Tokio.

 

Viel mehr will ich im Moment auch gar noch nicht sagen. Wer weiss, wie's dann kommt...

 

2020 war sicher ein schwieriges Jahr. Aber ich sehe es positiv.!An den ständig ändernden Bedingungen und den gesundheitlichen Rückschlägen bin ich mental weiter gewachsen. Auch auf der Matte geht nicht immer alles nach Plan und ich muss schnell eine neue, hoffentlich richtige, Entscheidung treffen. Dadurch ist 2020 kein verlorenes , sondern ein zusätzliches Jahr. Mehr Training, mehr Erfahrung, mehr Reife. So, dass ich im August in Japan auf's Ganze gehen kann.

 


Sechs Wochen mit Höhen und Tiefen -19.02.20-

 

In den letzten Wochen war bei mir in den sozialen Medien etwas Funkstille. Nicht ohne Grund. Diese Taktik hatte sich im Vorfeld der WM bewährt und ich will auch weiterhin daran festhalten. Darum habe ich mir vor der EM bewusst diesen Raum gegeben, um mich ganz auf meine Vorbereitung konzentrieren zu können.

 

Leider konnte ich darum die Öffentlichkeit nicht ganz so auf dem Laufenden halten wie ich dies gerne möchte. Aber wie sagt man so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Darum schreibe ich hier nun einige Zeilen zu den letzten Wochen.

 

Gestartet bin ich in das Jahr mit einem intensiven und wirklich guten Trainingslager in Moldawien. Die guten Sparringspartner und die konzentrierte Arbeit des Teams haben mich und meine Nati-Kollegen ein gutes Stück vorwärts gebracht. Besonders spannend war natürlich, dass wir gar Besuch aus der Schweiz empfangen durften. Mit Marco Ackermann von der Neuen Zürcher Zeitung hat uns ein Journalist begleitet, dem ein wirklich toller Bericht gelungen ist. Dass es ein Ringer auf die Titelseite der wohl renommiertesten Schweizer Zeitung schafft, ist doch ziemlich aussergewöhnlich. Herzlichen Dank dafür!

 

Praktisch direkt im Anschluss an das Trainingslager in Chisinau, absolvierten wir einen Lehrgang in Deutschland, um uns den letzten Schliff für die Titelkämpfe in Rom zu holen. Leider habe ich mich dort aber am Nacken verletzt. Mit schwerwiegenden Folgen, wie sich herausstellen sollte.

 

Mit Schmerzen reiste ich dann zurück in die Schweiz. Magglingen rief! Für meine Bronzemedaille wurde ich dort von der Armee nämlich mit einer Beförderung belohnt. Und nicht nur das: Gast an der Feier war mit Alt Bundesrat Adolf Ogi eine ganz spannende Persönlichkeit. Durch seine herzliche, offene Art und die Erfahrungen aus seiner eigenen Sporttätigkeit, ergab sich ein spannendes Gespräch, an welches ich mich noch lange gerne zurückerinnern werde.

 

Und dann war er gekommen: Der Zeitpunkt der Abreise für die EM in Rom. Trotz intensiver Therapie und Reha hatte ich immer noch leichte Schmerzen und doch war ich zuversichtlich, für den Wettkampftag bereit zu sein. Leider sollte es aber nicht sein. Beim abschliessenden Belastungstest blockierte der Nacken erneut und ich musste einsehen, dass es richtiggehend gefährlich wäre, wettkampfmässig auf die Matte zu treten.

 

Trotzdem ist Rom in bester Erinnerung geblieben. Ich konnte hautnah erleben wie Sämi Scherrer wortwörtlich zum grossen Wurf ansetzte. Seit Jahren trainieren wir zusammen, viele Liter Schweiss haben wir zusammen vergossen und er hat in Kasachstan im Herbst massgeblich zu meinem WM-Erfolg beigetragen. Darum bin ich glücklich und stolz auf seine Silbermedaille. Gratuliere Sämi!

 

Zunächst mache ich nun etwas Pause. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass ich recht bald wieder auf die Matte kann. Darauf brenne ich bereits jetzt. Bis Tokio liegt noch viel Arbeit vor mir!


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