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Aktuelle Berichte

Sechs Wochen mit Höhen und Tiefen -19.02.20-

 

In den letzten Wochen war bei mir in den sozialen Medien etwas Funkstille. Nicht ohne Grund. Diese Taktik hatte sich im Vorfeld der WM bewährt und ich will auch weiterhin daran festhalten. Darum habe ich mir vor der EM bewusst diesen Raum gegeben, um mich ganz auf meine Vorbereitung konzentrieren zu können.

 

Leider konnte ich darum die Öffentlichkeit nicht ganz so auf dem Laufenden halten wie ich dies gerne möchte. Aber wie sagt man so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Darum schreibe ich hier nun einige Zeilen zu den letzten Wochen.

 

Gestartet bin ich in das Jahr mit einem intensiven und wirklich guten Trainingslager in Moldawien. Die guten Sparringspartner und die konzentrierte Arbeit des Teams haben mich und meine Nati-Kollegen ein gutes Stück vorwärts gebracht. Besonders spannend war natürlich, dass wir gar Besuch aus der Schweiz empfangen durften. Mit Marco Ackermann von der Neuen Zürcher Zeitung hat uns ein Journalist begleitet, dem ein wirklich toller Bericht gelungen ist. Dass es ein Ringer auf die Titelseite der wohl renommiertesten Schweizer Zeitung schafft, ist doch ziemlich aussergewöhnlich. Herzlichen Dank dafür!

 

Praktisch direkt im Anschluss an das Trainingslager in Chisinau, absolvierten wir einen Lehrgang in Deutschland, um uns den letzten Schliff für die Titelkämpfe in Rom zu holen. Leider habe ich mich dort aber am Nacken verletzt. Mit schwerwiegenden Folgen, wie sich herausstellen sollte.

 

Mit Schmerzen reiste ich dann zurück in die Schweiz. Magglingen rief! Für meine Bronzemedaille wurde ich dort von der Armee nämlich mit einer Beförderung belohnt. Und nicht nur das: Gast an der Feier war mit Alt Bundesrat Adolf Ogi eine ganz spannende Persönlichkeit. Durch seine herzliche, offene Art und die Erfahrungen aus seiner eigenen Sporttätigkeit, ergab sich ein spannendes Gespräch, an welches ich mich noch lange gerne zurückerinnern werde.

 

Und dann war er gekommen: Der Zeitpunkt der Abreise für die EM in Rom. Trotz intensiver Therapie und Reha hatte ich immer noch leichte Schmerzen und doch war ich zuversichtlich, für den Wettkampftag bereit zu sein. Leider sollte es aber nicht sein. Beim abschliessenden Belastungstest blockierte der Nacken erneut und ich musste einsehen, dass es richtiggehend gefährlich wäre, wettkampfmässig auf die Matte zu treten.

 

Trotzdem ist Rom in bester Erinnerung geblieben. Ich konnte hautnah erleben wie Sämi Scherrer wortwörtlich zum grossen Wurf ansetzte. Seit Jahren trainieren wir zusammen, viele Liter Schweiss haben wir zusammen vergossen und er hat in Kasachstan im Herbst massgeblich zu meinem WM-Erfolg beigetragen. Darum bin ich glücklich und stolz auf seine Silbermedaille. Gratuliere Sämi!

 

Zunächst mache ich nun etwas Pause. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass ich recht bald wieder auf die Matte kann. Darauf brenne ich bereits jetzt. Bis Tokio liegt noch viel Arbeit vor mir!


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