Berichte aus vergangen Jahren

Zusammenarbeit mit InterCheese wird verlängert -26.10.2016-

 

 

Bereits seit gut einem Jahr ist die InterCheese AG ein wichtiger Unterstützer von Stifi. Jetzt konnte die Sponsoring-Vereinbarung mit dem renommierten Unternehmen aus Beromünster verlängert werden. Stifi konnte mit seinem totalen Engagement überzeugen und wird so - gerade im Hinblick auf eine weitere Intensivierung und Professionalisierung seines Trainings - wichtigen Support erfahren.

 

Gerade nach den letzten Monaten, die durch Verletzung und Reha für Stifi nicht einfach waren, ist dies ein enormer Aufsteller und gleichzeitig auch ein weiteres Signal, dass sein grosses Engagement honoriert wird.

 

HERZLICHEN DANK InterCheese AG!


Stifi schnuppert an der Cornell University -18.07.2016-

 

 

Nach dem erfolgreich verlaufenen Canada Cup reiste Stifi - gemeinsam mit Nati-Coach Ludi Küng - zum Trainieren in Richtung Süden in die USA. Erste Station war das von der Cornell University organisierte Nachwuchscamp in Brockport (Bundesstaat New York). Der noch lädierte Rücken liess aber dort nur wenig zu, so dass die Trainingsintensität recht tief gehalten werden musste. Nach einer Woche stand dann der nächste Umzug an. Diesmal ging es weiter nach Ithaca, dem eigentlichen Ziel der Reise. In den "Heiligen Hallen" der Cornell University trainierte Stifi gemeinsam mit dem dortigen College Team und einigen Mitgliedern der US-Nationalmannschaft. Auch Klubkamerad Sämi Scherrer war in der Zwischenzeit angereist und zu zweit konnten die beiden ausgiebig die Anlagen inspizieren. Viel gehört hatte man von der Eliteuniversität (Cornell ist neben Harvard, Yale und Princeton akademisch eine DER Topadressen in den USA). Und doch waren die Eindrücke überwältigend: Eine riesige Ringerhalle, Saunas, Dampf- und Eisbäder, ausserdem Krafträume von unglaublichen Ausmassen. Typisch amerikanisch... Da der Rücken noch immer nicht besser war, hatte Stifi zudem "die Gelegenheit", die medizinische Abteilung zu testen und auch diese wusste zu überzeugen.

 

Der Aufenthalt in Ithaca war eine äusserst wertvolle Erfahrung für die beiden. Mit vier US-Ringern bewohnten Sie ein eigenes Haus auf dem Campus, mussten selber Wäsche Waschen und für das Essen sorgen. Trainingsbedingungen und -partner auf Topniveau nutzten sie für zwei tägliche Einheiten und konnten gleichzeitig wichtige Kontakte knüpfen. Gerade dieser Aspekt wurde Stifi und Sämi sehr leicht gemacht. Die einheimischen Athleten begegneten ihnen mit der USA-typischen Hilfsbereitschaft und Offenheit, wodurch schon nach kurzer Zeit Freundschaften entstanden. Freundschaften, die man weiter pflegen will: Schon jetzt ist nämlich klar, dass man im kommenden Jahr intensiver mit den Jungs in Ithaca zusammenarbeiten will.

 

 


Stifi in Kanada auf dem Podest -26.06.2016-

 

 

Nach einigen Wochen in denen die Erholung im Vordergrund stand, ist Stifi am 25. Juni 2016 in Guelph am Canada Cup angetreten. Trotz Reisestrapazen, fehlendem Wettkampfrhythmus und einem etwas blockierten Rücken gelang ihm im kanadischen Bundesstaat Ontario an der Grenze zu den USA ein guter Auftritt. Im Viertelfinal schlug er den Kanadier Nick Proctor gleich mit 10:0 und räumte im Halbfinal mit Clayton Pye noch einen weiteren Einheimischen aus dem Weg (7:0). Im Final erwies sich Morgan Smith (USA) dann aber als zu stark und der Grosswanger zog mit 6:8 den Kürzeren.

 

 

Jetzt wird Stifi die Grenze überqueren und im US-Bundestaat New York zuerst einige Tage in Brockport und danach an der Cornell University in Ithaca trainieren.

 

 


Der Winter kann kommen... ;-) - 09.06.2016-

 

Mit TOKO kann Stifi neu auf einen weiteren Sponsor zählen. TOKO ist eine Schweizer Traditionsfirma von Weltruf und stellt Wachsprodukte für höchste Ansprüche her. Auch dieser neueste Partner wird Stifi unterstützen, in den nächsten Jahren seine hohen Ziele zu erreichen. Herzlichen Dank für den Support! Sicher wird Stifi auch kommenden Winter im Loipentraining von den TOKO-Innovationen profitieren können.


Rio bleibt ein Traum -16.05.2016-

 

Am 8. Mai hatte Stifi in Istanbul am letzten Quali-Turnier für die Olympischen Spiele  nochmals eine Chance sich für die Sommerspiele in Rio zu qualifizieren. Doch noch bevor das Turnier begann, musste er den ersten (und vielleicht entscheidenden) Rückschlag hinnehmen. Da Marco Riesen sich bereits in der Mongolei von seiner Verletzungspause zurück meldete, hatte der Schweizer Verband das Problem, auf 86 kg zwei Athleten für nur einen Startplatz zu haben. Die Wahl fiel dabei auf den erfahreren Riesen, weshalb für Stifi zu Beginn nicht klar war, ob er überhaupt antreten darf. Erst nach dem krankheitsbedingten Forfait von Philipp Hutter auf 97 kg ging wieder eine Tür auf. Man entschied sich, Stifi eine Klasse zu heben und ihn gegen die „schweren Jungs“ kämpfen zu lassen. Klar, durfte man von dieser Ausgangslage eigentlich nichts erwarten, da die körperlichen Unterschiede schlichtweg zu  gross sind.

 

Doch es kam anders! Stifi legte eine Jetzt-erst-recht-Einstellung an den Tag und konnte – berücksichtigt man die Vorzeichen – fast total überzeugen. Im ersten Kampf gegen den Spanier Rodriguez Valenzuela zeigte er eindrücklich, zu was er in Zukunft im Stande ist. Nach einer von Abtasten geprägten ersten Hälfte und einem 1:5-Rückstand, drehte er richtig auf, holte Punkt um Punkt auf, ging dann gar in Führung und konnte als Krönung den Iberer beim Stand von 10:5 vorzeitig aus dem Turnier verabschieden. Am Boden liess Stifi seinen Gegner nicht mehr entrinnen und drückte ihn auf die Schultern.

 

Leider kam dann in der zweiten Runde ein noch grösseres Kaliber auf Stifi zu. Arjun Singh Gill aus Kanada, nach Papierform haushoher Favorit, sollte dann auch schon die Endstation sein. Aber ganz so wie sich der Nordamerikaner sich das vorgestellt hat, verlief der Kampf nicht. Die beiden Ringer schenkten sich nichts, liessen kaum Aktionen zu und so war es Stifi, der durch eine Inaktivitätsverwarnung seines Gegners 1:0 in Führung gehen konnte. Der Kampf ging äusserst taktisch weiter und so war es Stifi, der sich ebenfalls eine Verwarnung für Inaktivität anlasten lassen musste. Beim Stand von 1:1 waren die sechs Minuten abgelaufen und Gill konnte – weil er den letzten Punkte machte - den Einzug in die nächste Runde feiern.

 

Für Stifi war der Traum von einer Teilnahme an den Rio-Olympics ausgeträumt. Enttäuscht von diesem Verdikt kann er sich sicherlich an diesem starken Auftritt aufbauen. Insbesondere hat sich gezeigt, dass er sich mit seinem eisernen Training in den letzten Monaten körperlich auf die nächste Stufe gebracht hat: „ Darauf lässt sich aufbauen! Einmal mehr war es knapp und ich habe wieder gesehen, dass die Lücke zur Spitze gar nicht mehr so gross ist. Das wird mir jetzt den Mut geben weiter zu arbeiten und in vier Jahren in Tokio dabei zu sein!“

 

Bevor „Mission Tokio 2020“ beginnt, widmet sich Stifi nun einige Tage der Erholung. Die bisherigen Turniere haben Spuren hinterlassen und es gilt , einige kleinere Verletzungen endlich ausheilen zu lassen. Spätestens ab Juni wird das Ringen dann wieder zu Hauptsache.


#OneTeam: Stifi erhält grosszügige Unterstützung -27.04.2016-

 

Stifi wird per sofort auch durch die Stiftung Schweizer Sporthilfe unterstützt. Auf dem Weg zum Erfolg ist dies ein weiterer wichtiger Meilenstein. Herzlichen Dank!


Quali-Turnier in Serbien verläuft nicht nach Wunsch -18.04.2016-

 

Am einzigen Europa-internen Qualifkationsturnier für die Olympischen Spiele in Rio konnte Stifi leider nicht wie gewünscht abschneiden. Gleich nach der Auslosung im serbischen Zrenjanin konnte man im ersten Moment zwar noch von "Glück" sprechen, musste diese Meinung bei genauerer Betrachtung des Tableaus aber recht schnell revidieren: Stifi bekam ein Freilos in der 1. Runde und musste erst im Viertelfinal eingreifen (somit hätten 2 Siege gereicht, um den Finalplatz und die damit gleichbedeutende Olympia-Qualifikation zu erreichen). Gegner in diesem ersten Kampf war aber der ukrainische Routinier Ibragim Aldatov (33). Bei Betrachten von dessen Leistungsausweis (2 x Weltmeister, 8 EM-Medaillen) war klar: Es wird richtig schwierig!

 

Und so kam es dann auch. Unbeeindruckt vom Renommee des Osteuropäers, zeigte Stifi zwar einen guten Kampf, war bereits in der 1. Hälfte der aktivere Ringer und musste doch mit einem 0:1 in die Pause. Um diesen Rückstand auszubügeln musste Stifi dann im 2. Abschnitt viel Riskieren. Zu viel wie sich zeigte. Aldatov verlagerte seine Taktik auf Konter und hatte damit Erfolg. Stifi bezahlte sein Anrennen mit zwei weiteren 2er-Wertungen und konnte erst dann auf 1:5 verkürzen. Dabei blieb es, die Träume vom Ticket waren vorerst ausgeträumt und als Aldatov im Halbfinal ebenfalls verlor, war auch klar, dass es keine Repechage für Stifi geben wird.

 

So blieb zum Schluss der 14. Rang. Weit weg von den "Honigtöpfen". Etwas enttäuscht konnte Stifi dem Auftritt aber auch Positives abgewinnen: "Eigentlich gelang mir ein guter Kampf. Ich marschierte vorwärts und konnte einen sehr routinierten Gegner auch einige Male in Schwierigkeiten bringen. Die Einstellung hat sicher gepasst."

 

Am nächsten Quali-Turnier kommendes Wochenende in Ulan Bator (MGL) besetzt RCW-Teamkollege Marco Riesen die 86 Kilo-Klasse. So bleibt Stifi nun etwas Zeit sich zu erholen und eine Fussverletzung, die er sich im Kampf gegen Aldatov zugezogen hat, auszukurieren.


Stifi ist EM-Fünfter -04.04.2016-

 

Erstmals trat Stifi am 3. April an einem Grossanlass in der Kategorie bis 86 kg an. Und die Losfee beschied ihm gleich ein richtiges „Antrittsgeschenk“: Im ersten Duell wartete gleich der Russe Abdulrashid Sadulaev. Dieser ist momentan nicht nur im Nachwuchs, sondern auch in der Elite, der Mann den es zu schlagen gilt und hat seit 2013 jedes internationale Turnier an dem er angetreten ist, gewonnen (darunter zwei Welt- und eine Europameisterschaft, aber auch die European Games). Zwar kocht auch Sadulaev nur mit Wasser, aber im Duell mit Stifi zeigte sich, dass der Russe wohl noch über die etwas grössere Pfanne verfügt. Stifi musste Punkt um Punkt abgeben, geriet nach knapp anderthalb Minuten dann fast vollends unter die Räder und konnte nur in höchster Not die Schulterniederlage abwenden. Trotzdem waren nicht mal 2 Minuten Kampfzeit abgelaufen, als das 0:10 fest stand und der Russe in die nächste Runde einzog.

 

Wie zu erwarten war, behielt Sadulaev diese Pace bei und – soviel vorweg – konnte sich zum Schluss mehr als verdient die Goldmedaille abholen. Seine Gegner hatten nicht den Hauch einer Chance und wurden mit technischer Überlegenheit von der Matte gefegt. Dadurch keimte bei Stifi aber wieder Hoffnung auf. Als eines der „Sadulaev-Opfer“ konnte er in der Repechage nochmal ins Geschehen eingreifen.

 

Sein Gegner dort war Gergely Gyurits (HUN). Nach einem 0:2-Rückstand zur Pause stellte Stifi seine Zähigkeit unter Beweis und riss die Führung an sich. Ein strittiger Entscheid zum Schluss hätte den 21-Jährigen dann aber fast noch um seinen verdienten Lohn gebracht. Coach Thomas Bucheli griff aber clever ein und konnte mit einer Challenge den Videobeweis und damit die Korrektur erwirken. Stifi gewann mit 5:4 und durfte so in dem Kampf um Bronze einsteigen. Mit Aleksandr Hushtyn (BLR) stand dort im blauen Dress aber kein geringerer als der entthronte U23-Europameister vom letzten Jahr. Die beiden Kontrahenten tasteten anfangs ab und so kam kaum Schwung in den Kampf. Es war der Weissrusse, der durch eine Aktivitätsverwarnung an Stifi 0:1 in Führung ging und wenig später einen weiteren Wertungspunkt zum 0:2 buchen konnte. Mit diesem Stand ging es in die Pause. Nachher musste Stifi kommen. Er versuchte alles und griff die Beine seine Gegners Mal um Mal an. Leider konnte dieser mit Kontern Nadelstiche setzen und seine Führung bis zum 1:6-Schlussresultat ausbauen.

 

So beendet Stifi die EM auf Rang 5. Im Moment überwiegt die Enttäuschung. Aber schon bald wird er das Positive sehen und zu Recht stolz auf das Erreichte sein. Zeit zum Grübeln bleibt im allemal nicht: Bereits am 16. April findet in Zrenjanin (SRB) das erste Qualiturnier für Olympia statt.

 


Stifi's Tour durch Bulgarien -18.03.2016-

Nach dem guten Turnier in Sofia blieb nicht lange Zeit zum Feiern. Erstens stehen in den nächsten Wochen ja noch höhere Ziele an und zweitens, weil schon am Sonntag der Bus vor dem Hotel wartete, um den nächsten Trainingsort anzusteuern. Gemeinsam mit Thomas Bucheli – RCW-Trainer und Co-Trainer der Nationalmannschaft – ging’s für Stifi für eine Woche nach Teteven, einem der Olympia-Stützpunkte der bulgarischen Ringer-Nati. Stifi hatte Gelegenheit mit der bulgarischen Elite-Nationalmannschaft zu trainieren, welche sich in der Vorbereitung für die EM in Riga befand. Zu Beginn der Woche noch etwas ausgelaugt vom Turnier in Sofia, steigerte sich die Intensität nach und nach gegen Ende der Woche.

 

Bevor Stifi am Wochendende ein weiteres Mal den Standort wechselte, hiess es „Coach Thomi“ zu verabschieden. Danach ging die Reise alleine weiter nach Dimitrovgrad, um dort mit der besten Nachwuchsabteilung (U20) Bulgariens zu trainieren. Nach einer herzlichen Begrüssung durch Coach Selüm Naim, war es dann auch schon vorbei mit der Nettigkeit. Naim formte, schliff und quälte Stifi die ganze Woche. Neben Kraft- und Lauftraining, standen auch 10 harte Matteneinheiten auf dem Programm. Gemeinsam mit den jungen Bulgaren, die ihn sehr freundschaftlich integrierten, ging Stifi Mal um Mal an seine Grenzen. Als Belohnung gab’s dann endlich auch ein freies Wochenende.

 

Am Montag war der Tag des letzten „Umzugs“: Das Ziel war ein Höhentrainingslager in Samakov, einem weiteren bulgarischen Olympia-Stützpunkt. Dort bereitete sich die einheimische U23-Nationalmannschaft vor und Stifi traf somit im Training auf einige derjenigen Ringer, die es dann in Rousse an der U23-EM zu schlagen gilt.

 

Nach drei intensiven und harten Wochen ist Stifi nun merklich froh, zur Regeneration wieder nach Hause zu können.


Stifi auf dem Podest -29.02.2016-

Zum Auftakt seines „bulgarischen Monats“ trat Stifi letzten Samstag, 27. Februar 2016, am traditionsreichen Petko-Sirakov-Turnier in Sofia an. Dabei zeigte er einen guten Auftritt. Um rund einen Monat vor den U23-Europameisterschaften nicht unnötig Substanz zu riskieren, entschied er sich, kein Gewicht zu machen und schrieb sich darum für die Kategorie bis 86 kg ein.

 

In der Startrunde traf er auf den einheimischen Dimitrov. Diesem zeigte Stifi dann mit einem 13:2-Sieg, dass der Heimvorteil an diesem Tag nur wenig wert ist. Eine grössere Hürde wartete dann im Halbfinal mit dem Georgier Meki. Stifi begann stark und lag zur Pause 8:4 vorn. Die zweite Hälfte verlief dann nicht mehr nach Wunsch und so stand es bei Kampfende 8:8. So kam – in diesem Fall leider – eine Eigenart des Ringsports zum Tragen: Da beide Ringer gleich viele Punkte aufwiesen, ist derjenige Sieger, der den letzten Punkt oder die höheren Wertungen erzielen konnte. So schlug das Pendel auf die Seite des Georgiers aus. Eine knappe Entscheidung, die diesem Schub zu geben schien: Er liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und siegte auch im Final.

 

Stifi musste in der Zwischenzeit die Enttäuschung über das knappe Ausscheiden verdauen und sich auf den Kampf um Platz 3 fokussieren. Coach Thomas Bucheli hat dabei wie es scheint die richtigen Worte gefunden. Im Bronzeduell stand wiederum der Bulgare Dimitrov auf der Gegenseite. Dieser hatte sich über die Repechage eine Chance auf Edelmetall gesichert und wollte im zweiten Duell mit Stifi eine bessere Figur machen. Eine Hoffnung die sich schnell zerschlug: Stifi zeigt nochmals eine konzentrierte Leistung, machte Punkt um Punkt und beendete auch diesen Kampf vor Ablauf der Zeit mit 11:0.

 

Der Podestplatz gibt Stifi sicher Mumm für die kommenden Aufgaben. Zusammen mit Ringern auf verschiedenen – vornehmlich osteuropäischen – Ringern trainiert er nun noch rund drei Wochen in Bulgarien und reist dann nochmals für einige Tage zurück in die Schweiz. Zu Hause wird er dann die letzten Vorbereitungen treffen, bevor er zurück nach Bulgarien reist und am 2. April an der U23-EM in Rousse kämpfen wird.

 


Stifi auf Kuba -14.02.2016-

Nach dem GP in Paris ging es für zwei Wochen mit der Nationalmannschaft weiter nach Kuba ins Trainingslager. Neben Kondi-Einheiten am Strand (zu Beginn bei sonnigen 28 Grad), wurde auf der Matte mit dem kubanischen, ecuadorianischen und kanadischen Nationalteam vor allem an Kampfsituationen und Wettkampfhärte gearbeitet. Die Trainingsbedingungen für die Mattentrainings waren übrigens recht speziell: Die „Halle“ ist eigentlich mehr eine überdachte Matte. Dies sorgt zwar dafür, dass stets ein angenehmer Luftzug herrscht. Dafür nisten sogar Vögel unter dem Hallendach! Darum war es natürlich besonders wichtig, auf Sauberkeit zu achten, weswegen das Desinfektionsmittel ein ständiger Begleiter war... 

 

Nach der ersten Woche schlug dann das Wetter um: Die Trainings am Strand fielen buchstäblich ins Wasser; darum wurde Vieles in den kleinen Hotelkraftraum oder auf die Laufbahn verlegt. Alles in allem konnte Stifi auf Kuba wieder viel profitieren. Ringen gegen erfahrene, blitzschnelle Top-Trainingspartner (davon viele Medaillengewinner von Grossanlässen) ist genau das, was ihn weiter bringt.

 

Zur Regeneration rückt Stifi nun wieder nach Magglingen ins Leistungszentrum der Armee ein. Dort wird er sich mit polysportiven Trainings lockern, die bisherigen Kämpfe analysieren und bald schon nach Bulgarien reisen. Mit einem Turnier und anschliessendem Trainingslager soll dort die Grundlage für die U23-EM anfangs April geschaffen werden.

 


Erster Formtest in Paris -31.01.2016-

 

Bei seinem ersten internationalen Einsatz der Saison lief für Stifi am stark besetzten Turnier in Paris noch nicht alles nach Wunsch, trotzdem kann man von einem gelungenen Auftritt sprechen. Nach einem diskussionslosen 10:0-Sieg gegen den überforderten Franzosen Teo Mathe in der Startrunde, musste der Grosswanger im Viertelfinal ausgerechnet gegen den amtierenden U23-Europameister Alexandr Hushtyn (Weissrussland) antreten. Trotz guter Aktionen und unbändigem Kampfeswillen verlor Reichmuth gegen diesen. Weil Hushtyn im Halbfinal gegen den Iraner Karimimachiani seinerseits den Kürzeren zog, war das Turnier für Stifi beendet.

 

Die Saison ist noch sehr jung und der Wettkampfrhythmus fehlt. Bedenkt man zudem, dass der 21-Jährige direkt aus dem harten Trainingsalltag in der Spitzensport-RS und in der ungewohnten Kategorie bis 86 kg antrat, gelangen ihm in Paris zwei solide Kämpfe. Mit etwas mehr Losglück wäre aber sicherlich sogar noch mehr als der am Schluss resultierende 8. Platz möglich gewesen.

 

Ab März wird Stifi – wieder in seiner angestammten Gewichtsklasse bis 74 kg – zuerst an der U23-Europameisterschaft im bulgarischen Rousse und danach an den Qualifikationsturnieren für die Olympischen Spiele antreten. Vorher reist er nun aber in ein zweiwöchiges Trainingslager nach Kuba. Danach wird er die perfekte Betreuung und Infrastruktur am Leistungszentrum der Armee in Magglingen nutzen, um sich weiter seiner Bestform zu nähern.

 


Familie und Freunde zu Besuch -29.01.2016-

 

Heute war in der Spitzensport-RS Besuchstag. Familie und Freunde der Athleten konnten sich in Magglingen ein Bild davon machen, was die jungen Sportler die ganze Woche über so treiben.

 

Nach der Begrüssung durch den Kommandanten stand die "Brevetierung" auf dem Programm: Seit heute sind die Spitzensportler darum nicht mehr „Rekruten“ sondern „Sportsoldaten“. Anschliessend konnten die Besucherinnen und Besucher, aufgeteilt in Gruppen, bei in den verschiedenen Disziplinen-Trainings vorbei schauen. Für viele Eltern war es natürlich interessant, einmal in eine andere Sportart zu schnuppern. Ausserdem gab es während des Trainings, aber auch danach beim gemeinsamen Essen die Gelegenheit sich untereinander auszutauschen. So entwickelten sich spannende Gespräche zwischen Athleten, Trainern, militärischem Kader und Angehörigen der Sportler. Interessant waren natürlich auch die – manchmal etwas neidvollen – Blicke von Athleten-Vätern (oder auch anderen Männern mit Armee-Erfahrung), wenn Sie die komfortable Unterkunft ihrer Sprösslinge inspizierten... ;-)

 

Unter "Media" finden Sie auch einige Bilder vom Besuchstag.

 

 


Stifi in Nendingen mit Sämi Scherrer, Tobias Portmann und Max Heller

Die neue Saison hat begonnen -24.01.2016-

 

Nach anstrengenden Wochen mit der Doppelbelastung aus vielen Trainingseinheiten im Rahmen der Spitzensport RS und den gleichzeitig geforderten Spitzenleistungen für den RC Willisau an der Schweizer Mannschaftmeisterschaft, konnte Stifi über Weihnachten und Neujahr etwas entspannen.


Doch gleich mit Beginn des neuen Jahres hiess es wieder: Ab auf die Matte! Mit einem zweiwöchigen Trainingslager am deutschen Olympiastützpunkt Freiburg, feilte Stifi zusammen mit seinen Natikollegen und der deutschen Nationalmannschaft an Kraftausdauer und Kampfsituationen. Die perfekten Bedingungen wurden genutzt und täglich zwei Einheiten absolviert.

 

Noch ist das grosse Saisonziel relativ weit weg, doch man merkte es an der Intensität der Trainings: Die Olympischen Spiele in Rio sind mehr als nur im Hinterkopf! Stifi verlangte sich alles ab und pushte sich immer und immer wieder bis ans Limit. Gut darum, dass die Freiburger Therme relativ nah lag und darum ab und zu zur Regeneration genutzt werden konnte. Zum Abschluss der zwei Wochen konnte Stifi dann noch etwas Finalluft schnuppern: Zusammen mit drei weiteren RCW-Athleten besuchte er den ersten Finalkampf der Mannschaftsmeisterschaft  in der 1. Bundesliga zwischen dem ASV Nendingen und dem SV Germania 04 Weingarten.

 

Bevor es mit dem Turnier in Paris am 31. Januar 2016 zur ersten Standortbestimmung geht, rückt Stifi jetzt noch für eine Woche nach Magglingen ein. Dort wird er vor allem regenerativ arbeiten, um am 31. Januar mit vollen Tanks in den Ring zu steigen.


Stifi in der Spitzensportler RS -29.11.2015-

 

Seit Ende Oktober absolviert Stifi die Rekrutenschule für Spitzensportler. Zusammen mit rund 30 anderen Nachwuchstalenten (Frauen und Männer aus Orientierungslauf, Fussball, Beachvolley, Badminton, Fechten, Leichtathletik und Schiessen) hat er es in dieses Fördergefäss des Bundes geschafft. Dies ist eine grosse Chance. Betreut von Fachleuten können die jungen Sportler unter besten Bedingungen trainieren und erhalten wertvolle Tipps zu Trainingsgestaltung, Karriereplanung oder Ernährung. Auch der Austausch untereinander ist sehr positiv, da man von Inputs aus anderen Sportarten profitieren kann.

 

Insbesondere in den ersten fünf Wochen erhielt aber auch die militärische Ausbildung grosses Gewicht. Angegliedert an die Instandhaltungsrekrutenschule in Lyss galt es, fast wie für alle anderen Rekruten, zuerst einmal das Einmaleins der Armee zu lernen. Aber eben nur fast. Während vormittags der Umgang mit der Waffe oder Unterricht in Sanitätsdienst auf dem Programm steht, dürfen sich die jungen Sportler am Nachmittag und Abend Ihrem Sport und dem persönlichen Training widmen. Natürlich musste sich Stifi anfangs an diesen Spagat gewöhnen. Neben der sehr frühen Tagwache waren zu Beginn auch die militärischen Umgangsformen ungewohnt. Für einen Athleten, der permanent auf das Gewicht achten muss, waren aber auch alltägliche Dinge, wie die äusserst gehaltvollen Mahlzeiten in der Kaserne, eine Herausforderung.

 

Diese „grüne“ Phase geht nun aber zu Ende. Die Spitzensportler verlassen die anderen Rekruten in Lyss und ziehen für 13 Wochen ins Kompetenzzentrum Sport der Schweizer Armee nach Magglingen. Dort können sie sich noch intensiver der sportlichen Entwicklung widmen. Darauf freut sich Stifi besonders, weil er das Training weiter intensivieren kann.

 

Gerade im Moment ist der Alltag aber nicht nur von Armee und Training geprägt. Obwohl die eigentliche Ringer-Saison mit zahlreichen internationalen Höhepunkten erst im Januar wieder beginnt, ist gegenwärtig auch der Wettkampf ein wichtiges Element. Die Mannschaftmeisterschaft geht in die entscheidende Phase und Stifi steht jeweils am Wochenende für den Ringer Club Willisau auf der Matte: „Es ist nicht immer einfach. Jeder Gegner ist im Kampf mit einem Mitglied der Nationalmannschaft natürlich besonders motiviert. Auch das Publikum hat oft besonders hohe Ansprüche. Aber damit muss ich umgehen können!“

 

Ein Druck, mit dem Stifi aber gut umzugehen scheint. Seit 2012 ist er in der heimischen Meisterschaft ungeschlagen. Eine Serie, die er natürlich im anstehenden Final der Mannschaftsmeisterschaft gegen die RR Hergiswil nur zu gerne ausbauen will.

 


Erneut gutes Ergebnis beim GP von Bukarest -19.07.2015-

 

Nach dem Turniersieg vom letzten Wochenende stand Stifi am 19. Juli bereits wieder an einem internationalen Turnier auf der Matte. Am traditionsreichen Anlass in der rumänischen Hauptstadt Bukarest trat er in der Kategorie bis 86 kg an. Und seine Konkurrenten – diesmal fast ausschliesslich international erprobte, teils sehr erfolgreiche Athleten – dachten nicht im Traum daran, es dem jungen Grosswanger leicht zu machen.

 

Den Achtelfinal gegen Sergei Kolesnikov (ISR) konnte Stifi souverän gestalten, machte Punkt um Punk und lag kurz vor Schluss mit 6:2 in Front. Zwar musste er dem Gegner noch eine 2er-Wertung zugestehen, das 6:4-Schluresultat wirkt aber knapper als es der Kampf in Wirklichkeit war. Doch Stifi war gewarnt und sollte Recht behalten: Michael Kaufmehl aus Deutschland wollte gleich zu Beginn der Viertelfinal-Begegnung den Tarif bekannt geben, liess seinem Gegenüber keinen Raum und zog schnell vermeintlich vorentscheidend mit 4:0 davon. Doch dann kam die Reaktion mit der er wohl nicht rechnete: Stifi hebelte ihn aus und konnte mit einer sehenswerten 4er-Wertung den Kampf wieder auf seine Seite manövrieren. Der Deutsche gab zwar nicht auf, griff weiter verzweifelt an und hatte doch schliesslich mit 7:5 das Nachsehen. Stifi war im Halbfinal.

 

Dort zeigte sich dann, dass die Trauben in der für Stifi ungewohnt schweren Gewichtsklasse halt doch noch etwas hoch hängen. Piotr Ianulov aus Moldawien stellte dabei eine unüberwindbare Hürde dar, liess Stifi keine Chance und fügte diesem eine diskussionslose 1:7-Niederlage zu. Dieses Resultat muss man allerding relativieren. Ianulov trat – anders als Stifi - nicht nur in seiner angestammten Gewichtsklasse an, sondern gehört in dieser zur absoluten Spitze. Zuletzt bewies er dies an den European Games in Baku mit der Silbermedaille.

 

Im letzten Kampf des Tages musste Stifi dann dem harten Programm der vergangenen Wochen, mit dem Intensivtrainingslager im Tessin und dem Turnier in Deutschland Tribut zollen. Es war ihm anzusehen, dass die Kräfte nicht mehr reichten, um Ion Pislaru (Rumänien) entscheidend zu fordern. Die abschliessende 2:6-Niederlage war für Stifi gleichbedeutend mit dem 5. Schlussrang: „Natürlich wäre ich gerne wieder auf dem Podest gestanden. Aber dazu hatte ich heute nicht genug im Tank. Ich merke aber, dass der Kampfrhythmus immer mehr kommt und ich kann dem Knie wieder voll vertrauen. Die Kämpfe werden jetzt analysiert und dann steige ich wieder mit vollem Elan ins Training ein.“


Das harte Trainingslager trägt Früchte -13.07.2015-

 

Gemeinsam mit der Schweizer Nationalmannschaft reiste Stifi Ende Juni für zwei Wochen ins Tessin nach Tenero. In erster Linie hiess es, die Grundlagen in Kraft und Ausdauer zu schaffen. Bei zwei bis drei täglichen Einheiten kam aber auch das Mattentraining natürlich nicht zu kurz. Und wie immer konnten die Ringer von den perfekten Bedingungen im Sportzentrum profitieren. Insbesondere der Nahe gelegene See war in zweierlei Hinsicht wichtig: Einerseits wurde kurzerhand das Training auf (Kanu und Standup paddeln) oder in (schwimmen) den See verlagert. Andererseits konnte man sich, angesichts der äusserst hohen Temperaturen, zwischen den Einheiten im Wasser abkühlen und neue Kräfte tanken.

 

Als Abschluss des Trainingslagers stand dann am 11. Juli das U23-Turnier in Eisleben nahe Leipzig auf dem Programm. Wie schon fast gewohnt nach intensiven Krafteinheiten, trat Stifi nicht in seiner angestammten Gewichtsklasse, sondern in der nächst höheren auf 84 kg an. Noch auf der Waage machten sich die Strapazen aus den harten Trainings bemerkbar. Doch nach dem ersten Kampf waren die müden Muskeln vergessen und Stifi im Wettkampfmodus drin: Mohamed Gunaev, sein deutscher Gegner, hatte keine Chance und musste mit 12:2 die Segel streichen. Mit Benjamin Opitz wartete im zweiten Kampf der 5. der letzten Junioren Europameisterschaften. Doch auch dieser schwierigen Aufgabe konnte sich Stifi mit Bravur entledigen (7:4-Sieg). Es folgte der 6:3-Sieg gegen Dominic Peter (amtierender Österreichischer Elite-Meister) und zum Abschluss ein diskussionsloses 10:0 gegen die deutsche Nachwuchshoffnung Dimitri Blayvas. Damit war dann klar: Stifi gewinnt als erster Schweizer das Turnier. Doch dieser richtete unmittelbar nach dem letzten Kampf seinen Blick schon wieder nach vorne: „Natürlich tat es nach der Knieverletzung und der Enttäuschung in Baku gut, mal wieder zu oberst zu stehen. Das zeigt, dass mein Weg weiterhin stimmt. Aber jetzt muss ich weiter hart an mir arbeiten. Meine Gegner schlafen bis zur WM in Las Vegas auch nicht!“. Bevor die endgültige Vorbereitung auf diesen Grossanlass im September los geht, tritt Stifi aber am Wochenende noch an einem internationalen Turnier in Bukarest an.


European Games in Baku enden mit Enttäuschung -17.06.2015-

 

Nach der intensiven, von einer Verletzungspause geprägten, Vorbereitung galt es für Stifi am Mittwoch, 17. Juni ernst. Doch leider meinte es schon die Auslosung nicht gut mit ihm: Startgegner in der Qualifikation der Kategorie bis 74 kg war mit dem 32-jährigen moldawischen Routinier Alexandru Burca, gleich ein international erfahrener Brocken. In einem zähen Duell ging Stifi zwar mit 1:0 in die Pause, musste dann seinen Gegner aber auf 1:4 davon ziehen lassen. Zwar konnte er nochmals auf 3:4 verkürzen, gab aber umgehend zwei weitere Punke ab. Am 3:6-Verdikt liess sich dann trotz verbissenem Anrennen aber nichts mehr ändern.

 

Was blieb, war das Bangen um eine zweite Chance in der Hoffnungsrunde. Aber auch dieser Traum zerplatze bald. Da Burca im anschliessenden Achtelfinal gegen den amtierenden Juniorenweltmeister aus Frankreich unterlag, war klar: Es würde bei nur einem Auftritt an den Europaspielen bleiben. „Heute hat es einfach nicht zusammen gepasst. Mein Fitness-Stand war zwar sicher sehr gut, aber auf diesem Niveau werden halt kleinste Fehler knallhart ausgenutzt“, analysierte Stifi schon bald nach dem Kampf.

 

Auch wenn die Knieverletzung die Vorbereitung erschwerte und die Auslosung sicherlich nicht als glücklich bezeichnet werden kann, ist dieser Ausgang eine leise Enttäuschung. Daneben konnte Stifi aber auch wertvolle Erfahrungen an einem Grossanlass sammeln. Das Leben im Athleten-Dorf, der Besuch anderer Wettkämpfe und die spezielle Ambience, sind wertvolle Eindrücke für die Zukunft.

 

Doch letztlich war Baku für Stifi nur ein Zwischenziel. Nach einer kurzen Erholungsphase wird er sich nun in einem Trainingslager und dem internationalen Turnier in Bukarest für den Saisonhöhepunkt vorbereiten: An der Weltmeisterschaft im September an Las Vegas sollen dann die Früchte der harten Arbeit geerntet werden.


Intensives Trainingslager mit Verletzungspech -30.04.2015-

 

Mitte April ging es für Stifi mit der Nationalmannschaft nach Bulgarien. Im aus dem Skiweltcup bekannten Bansko sollte für die kommenden vier Wochen – unterbrochen vom internationalen Dan Kolov-Turnier in Sofia – an der Form gearbeitet werden. Die Trainingsbedingungen waren optimal und Spitzenringer aus Bulgarien, Rumänien, Ägypten, Italien und Mazedonien versprachen harte Duelle. Man spürte förmlich, wie die Formkurve von Tag zu Tag weiter nach oben zeigte und viele der Sparringsduelle konnte Stifi für sich entscheiden. Neben dem Mattentraining mussten sich alle Athleten bei Bergläufen und in Kraftparcours alles abverlangen.

 

Natürlich durfte bei diesem Pensum die Erholung nicht vernachlässigt werden. Mit Jassen und Filmen wurden darum so bewusst ruhige Abende verbracht. Umso überraschender war dann der nächtliche Besuch zweier Kontrolleure von Antidoping Schweiz: Es hiess, Blut und Urin abzuliefern! Aber auch dies gehört dazu und ist inzwischen kein grosser Aufreger mehr.

 

Nach gut zehn Tagen in Bansko stand dann in Sofia das renommierte Dan Kolov-Turnier auf dem Programm. Wie jedes Jahr hatten sich zahlreiche Spitzenringer aus vielen Nationen angemeldet und Stifi stand darum vor einer echten Standortbestimmung. Um den Trainingseffekt nicht zu gefährden entschied er sich gemeinsam mit Nationaltrainer Ludi Küng, nicht auf 74 kg sondern 86 kg anzutreten. Zu viel Kraft und Zeit wären nötig gewesen, um die antrainierten Kilos herunter zu „kochen“. Ein Entscheid, der sich gleich zu Beginn des Turniers noch als richtig erwies. Topfit und voll motiviert stieg Stifi ins Duell gegen seinen tunesischen Startgegner und liess ihm keine Chance. Kaum je geriet er in Bedrängnis und zur Pause stand es aus Schweizer Sicht bereits 8:0. Doch dann passierte es: Mit der entscheidenden Aktion holte Stifi zwar die Punkte zum siegbringenden 10:0, verdrehte sich dabei aber das rechte Knie. Ein stechender Schmerz – an ein Weiterringen war nicht zu denken! Viel mehr galt es, trotz Enttäuschung gleich das Programm zu ändern. Stifi musste auf die beiden weiteren Trainingswochen verzichten und setzte sich in den Flieger zurück in die Schweiz, um die Verletzung untersuchen zu lassen.

 

Dort folgte dann die Entwarnung: Auf dem MRI zeigte sich zur grossen Erleichterung, dass alle Bänder im Knie stabil sind. Lediglich Meniskus und Muskulatur haben etwas gelitten, woraus sich ein Bluterguss ergab. Dieser ist zwar schmerzhaft und blockiert das Gelenk, macht aber keine Operation nötig. Nach einige Tagen Ruhe und intensiver Reha und Physio wir Stifi schon bald in alter Stärke zurück auf der Matte stehen. Letztlich also gute Nachrichten für den jungen Athleten, der vergangene Woche erst von Swiss Olympic offiziell für die European Games in Baku (12. – 28. Juni 2015) selektioniert wurde.


Silber an der SM -28.03.2015-

 

Nur vier Tage nach dem kräftezehrenden Einsatz an der U23-Europameisterschaft in Polen stand Stifi bereits wieder auf der Matte, als es in Muri darum ging, den Schweizermeister im Freistil-Ringen zu erküren. Damit nicht noch zusätzlich Energie verbraucht wurde, um sein internationales Wettkampfgewicht von 74 kg zu halten, trat Stifi darum in der Klasse bis 86 kg an. Mit Bravour! Ungefährdet zog er in den Final ein und lieferte sich dort mit dem Routiner Thomas Suppiger von der Ringerriege Hergiswil einen packenden Kampf. Mit dem besseren Ende für Suppiger. Die Strapazen der vergangenen Wochen mit den harten Fights an der U23-EM gingen nicht spurlos am Grosswanger vorüber und er musste sich letztlich knapp geschlagen geben.

 

Die Silbermedaille zu erreichen, mit leeren Akkus und in der schwereren Gewichtsklasse, ist aber unbestritten ein schöner Erfolg! Fair zeigte sich Stifi auch gleich nach dem Kampf: „ Ich gratuliere Thomas. Er war heute einfach besser in Form.“


Rang 8 an der U23-Europameisterschaft -25.03.2015-

 

Am 24. März fand im polnischen Walbrzych zum ersten Mal die Europameisterschaft der unter 23-Jährigen statt. Für Stifi DIE Gelegenheit, den Formstand mit den Besten seiner Alterskategorie zu messen. Insgeheim wurde natürlich auch auf eine Medaille gelinst. Und es ging gut los: In der ersten Runde wartete mit dem Österreicher Niklas Dravits ein erster Gradmesser. Doch Stifi entledigte sich dieser Aufgabe in souveräner Manier und gewann das Duell vorzeitig durch technische Überlegenheit (10:0).

 

Im ¼-Final stand der junge Grosswanger dann dem Bulgaren Ismail Engin gegenüber. In diesem spannenden Kräftemessen wechselte die Führung hin und her. Sekunden vor Schluss landete Engin den Lucky Punch zum 5:6 und schlug Stifi so die Tür zum Halbfinale wortwörtlich vor der Nase zu. Da der Bulgare seinerseits im Halbfinale scheiterte, blieb für Stifi nicht mal mehr die Hoffnungsrunde und das Turnier war zu Ende.

 

Der resultierende 8. Rang ist zwar sicher weiterer Achtungserfolg. Da aber die Chance auf eine noch bessere Platzierung nur denkbar knapp verpasst wurde, schwingt doch eine leise Enttäuschung mit. Es gilt jetzt aber, den Blick vorwärts zu richten und konsequent weiter zu arbeiten. Schon Mitte Juni finden in Baku die European Games statt; für Stifi die nächste Möglichkeit sich international zu profilieren. Nach der ersten Enttäuschung richtete dieser in Polen den Fokus auch bereits wieder nach vorne: „Ich habe gesehen, dass ich gegen jeden Gegner Punkten kann. Wenn alles aufgeht, liegt die Medaille drin!“

U23-EM Vorbereitungstrainingslager in Schifferstadt (DE) -14.03.2015-

 

Nach zwei intensiven Trainingswochen auf Kuba ging es – begleitet von sechs weiteren Nationalkader-Athleten und Nationaltrainer Ludwig Küng – bereits wieder weiter ins süddeutsche Schifferstadt. Im Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft wurde der Fokus in zwei täglichen Einheiten vor allem auf Kampfsituationen gelegt.

Durch die vielen harten Duelle in den fünf Trainingstagen ist Stifi nun definitiv bereit für die U23-EM in Polen. In den Tagen die bis dahin noch bleiben, soll nun noch etwas an der Schnelligkeit geschliffen werden. Und natürlich darf die Regeneration nicht zu kurz kommen. So wird Stifi dann voller Elan am ersten Höhepunkt in diesem Jahr angreifen können.